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Kaffee ist unsere ganz grosse und im Moment einzige hier publizierte Leidenschaft.
Dies deshalb weil wir wirklich viel darüber wissen und uns immer und immer aufs Neue damit beschäftigen.
Hast du gewusst, dass Kaffee im Rohstoffhandel unter den ersten 3 mit Gold und Öl gehandelt wird?
Die Bauern die das flüssige Gold anpflanzen jedoch zu den ärmsten der Welt zählen und es deshalb wichtig ist darauf zu achten wo der Kaffee herkommt?

Kaffee ist nicht einfach nur Frühstücksgetränk oder Muntermacher für zwischendurch. Kaffee ist viiiieel mehr!

Facts and Figures zum Kaffee und allem was dazugehört findest du hier.
Viel Spass beim Schmökern und zögere nicht uns zu belästigen falls du nicht einverstanden bist oder was ergänzen möchtest.

 

Liib&Seel, Sommer 2011

Kaffee: Willkommen

Geschichte rund um den Kaffee

Die Sage:
Eine Legende besagt, dass Hirten in Äthiopien aufgefallen ist, dass ein Teil ihrer Ziegenherde, die Beeren von unbekannten Sräuchern gefressen hatten, bis spät in die Nacht munter waren. Sie kosteten selber von den Beeren und stellten ihre belebende Wirkung auch an sich fest. Die Kerne der Beeren waren jedoch ungeniessbar, deshalb spuckten sie diese ins Feuer. Die so freigesetzen Düfte waren der Beginn für das Rösten der Kaffeebohne...

Ursprung und Weg nach Europa:
In Äthiopien wird der Kaffee schon im 9. Jahrhundert erwähnt. Von dort gelangte er, vermutlich durch Sklavenhandel, nach Arabien. Im 15. Jahrhundert eroberte der Kaffee Persien sowie das osmanische Reich. 1511 in Mekka, 1532 in Kairo, 1554 Istanbul (anerkannt wurde Kaffee dort jedoch erst im Jahre 1839). In Europa sind erste Schriften über Kaffee Ende des 15. Jahrhunderts bekannt. Ende des 16. Jahrhunderts eröffneten dann über ganz Europa verteilt die ersten Kaffeehäuser.

Kaffee: Willkommen

Rohkaffee

Anbau und Handel:
Anbaugebiete des Kaffeebaums resp. -strauchs ist ca. 20° nördlich und südlich des Äquators. Zu den grössten Anbaugebieten zählen heute Brasilien (mit 2.8 Mio. Tonnen grünem Rohkaffee pro Jahr), Vietnam (1.1 Mio.), Kolumbien (0.7 Mio.) und Indonesien (0.7 Mio.). Rohkaffee gehört zu den wichtigsten Handelsprodukten weltweit. Es ist nach Erdöl das zweitwichtigste Handelsprodukt, das von Entwicklungsländern exportiert wird. In der Gesamtrangliste liegt Kaffee (22 Mrd. US-Dollar) etwa auf Rang Zehn hinter Erdöl, Erdgas, Kupfer, Alu, Gold, Weizen, Baumwolle, Fleisch und Leder. Weltweit arbeiten ca. 25 Millionen Menschen im Anbau, Verarbeitung und Vertrieb von Kaffee.
 
Arten und Sorten:
Die bedeutendsten Arten sind Heute Arabica und Robusta. Die Coffea Arabica wächst zwischen 600 und 1200 M.ü.M. und deckt mit über 60% den Weltmarkt ab. Die Coffea Canephora (Robusta) wächst zwischen 300 und 600 M.ü.M. und deckt etwa 36% des Handels ab. Die restlichen Arten (Excelsa, Stenophylla, Maragogype) sind für den Handel nahezu unbedeutend. Dies hat grundsätzlich nichts damit zu tun, dass ihr Geschmack nicht gut wäre, sondern beruht eher darauf, dass sie schlechtere Erträge liefern. Die seltenste und teuerste Sorte Kaffee der Welt ist der Kopi Luwak. Eine Schleichkatzenart frisst die besten und reifsten Kirschen und scheidet die Bohnen wieder aus. Es entsteht eine perfekte Auslese und die Fermentation im Magen entzieht der Bohne Bitterstoffe. Das Kilo echter Kopi Luwak kostet um die 1'000 Euro und die Wartelisten dafür so gross, dass es praktisch unmöglich ist diesen Kaffee zu verkosten. Weitere exklusive Kaffeesorten sind z.B. der Jamaica Blue Mountain (angeliefert im Holzfass), der Fogo, der Jacu, der Yemen Mattari oder der Monsuned Malabar.

Ernte und Aufbereitung:
Ein bis zweimal im Jahr wird geerntet. Es gibt drei Arten der Ernte. Das Picking (Einzelablese der Kirschen von Hand), das Stripping (abstreifen) oder mittels Erntemaschinen. Für die Maschinen müssen die Plantagen im Flachen stehen, die Bäume leiden und das Nachsortieren ist sehr aufwändig. Für die Aufbereitung (Trennen vom Fruchtfleisch von der Bohne) gibt es grundsätzlich zwei Methoden. Die Trocken- und die Nassaufbereitung. Bei der Trockenaufbereitung werden die Kaffeekirschen etwa 3-5 Wochen an der Luft getrocknet und anschliessend wird die trockene Fruchthaut mechanisch abeschält. Bei der Nassaufbereitung wird die Ernte zuerst im Wasserbad vorgereinigt, dann wird mittels einem Entpulper die Fruchthaut von der Bohne abgequetscht. Anschliessend werden die Bohnen in einem Fermentationsbehälter gelagert, bis die Resten um die Bohne so vergärt sind, dass sie nur noch abgewaschen werden können. Zum Schluss werden die so gewaschenen Bohnen zum Trocknen an die Sonne gelegt. Bei einer dritten Aufbereitungsart (halbtrocken) wird auf die Fermentation im Wasserbad verzichtet (Wasserknappheit) und die Bohnen mit dem Fruchthautresten direkt an die Sonne gelegt und getrocknet. Danach werden sie wie bei der trockenen Methode abgeschält.

Kaffee: Willkommen

Rösten
 
Die Zutaten:
Der Rohkaffee ist die entscheidende Zutat für eine gute Röstung und wird von Rohkaffeehändlern bei den Exporteuren eingekauft. Die Auswahl wird von Spezialisten des Händlers getroffen. Dazu werden das Rohprodukt, eine Röstprobe, das gemahlene Produkt und ein Aufguss zur Begutachtung und Degustation bereitgestellt. Anhand dessen wählt der Einkäufer aus. Der Einkäufer kann in speziellen Fällen auch direkt der Röster selber sein.

Das Rösten:
Grundsätzlich gibt es das industrielle und konventionelle Röstverfahren. Beim industriellen Röstverfahren werden die Rohkaffeebohnen für ca. 2 Min. an 500° heisser Luft ausgesetzt und anschliessend wieder möglichst schnell (oft noch mit Wasserbeigabe) heruntergekühlt. Dieses Verfahren erlaubt sehr grosse Röstmengen in kurzer Zeit, was bedeutet einen günstigen Kaffee für den Endverbraucher anbieten zu können. Für den Kaffeeliebhaber und Kenner sind diese Kaffeeröstungen jedoch grundsätzlich ungeniessbar und eine Verschwendung des Rohproduktes. Es ist leider jedoch genau das, was uns in den meinsten Kaffees in der Schweiz angeboten wird... Im Gegensatz dazu steht das konventionelle Röstverfahren. Auch als schohnendes Rösten bekannt. Hier werden die Rohkaffeebohnen 15-20 Min. lang einer Temperatur von ca. 200° ausgesetzt. Anschliessend werden sie mittels frischer kühler Luft heruntergekühlt. Der Röstmeister entnimmt während des Prozesses mehrere Röstproben. Mittels dieser Stichproben und Gehör (1. und 2. Knacken) bestimmt er den Zeitpunkt, wann die Röstung gut ist. Richtiges Rösten entzieht dem Kaffee ungewollte (z.B. Chlorogensäure) und fördert gewollte Bitterstoffe und Säuren sowie spezielle Aromastoffe. Das Geheimniss einer richtig guten Röstung liegt in viel Erfahrung und Gefühl des Rösters.

Der Blend:
Entscheidend für einen guten Kaffee ist der richtige Blend. Also die richtige Mischung der Kaffeesorten. Ob das Mischen vor oder nach dem Rösten gemacht wird, da gehen die Meinungen auseinander. Meist rösten kleine Röstereinen Sortenrein und blenden nachher, die grossen Röstereien blenden meist vor dem Rösten, da dies bei grösseren Mengen effizienter ist. Das sortenreine Rösten macht insofern Sinn, da jedes Rohprodukt ein anderes Röstverhalten hat und nur so darauf eingegangen werden kann. Jeder Blend ergibt einen eigenen Kaffeetypen mit wundersamen Namen wie "Superschwarz", "Wunderweiss", "Lilla e Rose", "Barista d'Arte", "Löwenherz" usw., welche die Vielfalt des Kaffees wiederspiegeln. Röster sprechen über Kaffeemischungen wie Weinkenner über Weine...

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Maschinen

Brühmethoden:
Es gibt grundsätzlich drei verschiedene Brühmethoden. Flotation: Aufgiessen mit Wasser (Türkisch) Filtermethode: Papierfilter, Metallfilter, Keramikfilter, Spezialkannen Zubereitung mit Druck: Dampfdruckkannen, Pressstempelkannen, Espressomethode Die ersten beiden Methoden sind ziemlich geläufig und brauchen auch keine komplizierten Gerätschaften. Anderst verhält es sich da bei der Zubereitung mit Druck. Dort möchten wir speziell auf die Espressozubereitung und die dafür entwickelte Espressomaschine näher eingehen.
 
Der Siebträger Halbautomat:
Das erste Patent für eine solche Art Maschine wurde 1901 von Luigi Bezzera angemeldet. Anfangs wurde der benötigte Brühdruck mittels Handhebel erstellt (Heute noch von La Pavoni oder Olympia hergestellt) später dann durch elektronische Pumpen ersetzt. Revolutioniert wurde das System in den Sechzigerjahren durch die Firma Faema mit ihrem Heute noch unereichten Brühkopf E61. Die ganz modernen Systeme, grundsätzlich im Gastrobereich, haben Heute getrennte Boiler, einen eigenen Wasserkreislauf und können von Aussen temperaturtechnisch (einzeln) reguliert werden.
 
Die Mühle:
Es gibt verschiedne Kaffeemühlen auf dem Markt. Hier gilt grundsätzlich solche mit Mahlscheiben zu wählen. Die System die den Kaffee zerhacken (mittels Drehmesser) sind zwar günstig, aber in Kombination mit einer Espressomaschine unbrauchbar. "Schlechter Kaffee kann durch gutes Mahlen nicht verbessert werden, aber guter Kaffee kann durch schlechtes Mahlen zerstört werden!" Vom System her gibt es die Lademühlen und die Direktmühlen. Bei Lademühlen wird das Mahlgut in einen Behälter vorgemahlen und dann Portionsweise mittels Hebel in den Siebträger geladen. Bei den Direktmühlen (Grind on demand) wird jede Portion Mahlgut frisch direkt in den Siebträger gemahlen. Die heutigen Systeme sind so schnell und unkompliziert, dass es grundsätzlich keinen Grund mehr für eine Lademühle gibt. Speziell im privaten Gebrauch sind Lademühlen nicht zu empfehlen. Frisch gemahlener Kaffee verliert innerhalb kürzester Zeit bis zu 40% seines Aromas. Deshalb muss der gemahlene Kaffee so schnell wie möglich gebrüht werden!
 
Funktion:
Mittels Mühle wird Kaffeemehl in den Siebträger gemahlen. Die Menge entspricht in etwa 7 Gramm für einen Singelshot (1 Espressotasse). Mittels Tamper wird das der gemahlene Kaffe im Siebträger festgepresst und der Siebtäger in die Maschine eingespannt. Nun wird etwa 25-30ml Wasser mit einer Temperatur von 89-95° und einem Druck von ca. 9 Bar durch den Siebträger gepresst. Wenn der Mahlgrad und Anpressdruck stimmt, wird nun der Espresso in einer Durchlaufzeit von ca. 20-25 Sekunden extrahiert. Alle diese Angaben können varieren und werden vom Barista individuell so abgestimmt, dass das Resultat in der Tasse perfekt wird.

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Barista

Begriff:
Der/Die Barista ist eigentlich der italienische Ausdruck für Barkeeper, welcher auch jegliche Arten von Getränke serviert. Im Umgangssprachlichen wird damit jedoch die Person bezeichnet, die den perfekten Espresso zubereitet und serviert. Ein Barista ist nicht nur Kaffeekünstler, sondern hat auch ein breites Wissen über Kaffee im allgemeinen (Anbau, Sorten, Röstung, usw.)
 
Latte Art:
Der Begriff Latte Art (Latte = Italienisch für Milch, Art = Englisch für Kunst) bezeichnet das Verfahren mittels Milschschaum Verzierungen wie ein Herz oder Blatt in einen Cappuccino zu zeichen.
Damit dieses Handwerk gelingt, braucht es den perfekten Milchschaum und eine geübte Hand die so eingiessen kann, dass sich der Milchschaum mit der Crema des Espressos so vermischt, dass "gezeichnet" werden kann.
Hier viel darüber zu schreiben wäre verlohrene Zeit. Es gibt im Internet hunderte gute Filmchen darüber, die das Handwerk verdäutlichen.
Nur soviel: Wer es erlernen will braucht viiiel Geduld und Milch...
 
Zertifizierungen:
In Italien ist es schon lange so, bei uns kommt es immer mehr. Der Barista wird zum eigenen Berufsstand. Dieser Beruf kann erlernt werden und es gibt internationale Prüfungen die abgelegt werden können.
Die SCAE (Speciality Coffee Association of Europe) mit Sitz in London hat Ausbildungseinheiten geschaffen, die momentan aus 6 Modulen mit je 3 Levels bestehen:
- Module: Kaffee-Einführung, Rohkaffee, Sensorik, Rästen, Mahlen und Brühen
- Levels: Foundation, Intermediate und Professional

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Links
 
Verbände:
SCAE - Europäische Spezialkaffeevereinigung
SwissSCA - Schweizerische Spezialkaffevereinigung

Bücher, Filme und mehr:
Wikipedia - Die online Enzyklopädie gibt sehr umfassend Auskunft
FAQ Kaffee - Ein Buch mit 400 Fragen und Antworten rund um Kaffee
Das Kaffeebuch - Ein umfassendes Buch rund um das Thema Kaffee
Kaffee, Espresso und Barista - Vom Grundwissen Kaffee bis hin zum Baristahandwerk
Schaerrer LatteArt - Ein Buch über die LatteArt mit vielen guten Illustrationen
Black Gold - Ein eindrücklicher Dokumentarfilm über Kaffee und Handel

Onlineshops:
Kaffeezentrale - Alles was das Kaffeeherz begehrt
Kafischmitte - Kleine feine Rösterei in Langnau i.E. Familienbetrieb mit Herz
der Kaffee - Gourmet Kaffee Rösterei, Kaffee Kaffee und nochmals Kaffee
Kaffee Noir - Die (!) Rösterei in Zürich. Die gleichen Leute die auch Amboss Bier machen
Coffee Circle - Ein junges Unternehmen das auf Äthiopischen Kaffee setzt und diesen direkt beim Bauern bezieht. Übersichtliche und sehr informative Website!

Die Kaffeemacher - Kaffeeverückte haben sich zusammengeschlossen und machen was sie lieben

Barista:
Schweizermeisterschaft - Die Barista Schweizermeisterschaften
Weltmeisterschaften - Die Barista Weltmeisterschaften
TNT - TuesdayNightThrowdown, Barista Battle und viel Spass!
Coffeeconsulate - Alles für den Barista

Kaffeemaschinen, -mühlen und -röster:
OlympiaExpress - Professionelle Siebträgermaschinen für den Privat-Haushalt, Produziert im Glarnerland!
kialoa - André Kissling und Adrian Lottenbach vertreiben LaMarzocca, RocketEspresso, Barisieur, Modbar, Eureka, Macap, Comandante, Hario und vieles mehr für Haushalt und Gastro.
Dalla Corte Schweiz - Professionelle Siebträgermaschinen für Haushalt und Gastro
Ditting - Profi Kaffeemühlen aus der Schweiz für den Gastrobereich
Mahlköhnig - Deutsche Präzisions Profimühlen für den Gastrobereich
Eureka - Italienische Präzisionsmühle für den Privathaushalt
Mazzer - Italienische Präzisionsmühle für den Privathaushalt
The Roast Rebels - Kaffeeröster für zu Hause und viel Wissen dazu

Glarus:
Feuz Elektro - Elektroshop in Ennenda und Vetreiber von Espresso Hardware
Idee Kaffee - Kleiner Laden mit guten Kaffeeausschank und Kaffeeverkauf
Spielhof Kaffee - Rösterei in Glarus
Landolt Kaffee - Rösterei in Näfels

Foren / Communities:
Kaffee Netz - Alles dreht sich um Kaffee

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